Fragen & Antworten
Wann ist eine Wurzelkanalbehandlung notwendig?
Eine Wurzelkanalbehandlung kann notwendig werden, wenn das Zahnmark im Inneren eines Zahnes irreversibel geschädigt oder infiziert ist. Ziel der Behandlung ist es, die Ursache der Infektion zu beseitigen und den natürlichen Zahn möglichst zu erhalten.
Beantwortet von:
Prof. Dr. Tahsin Yıldırım
Veröffentlicht:
Eine Wurzelkanalbehandlung betrifft nicht nur den sichtbaren Teil des Zahnes, sondern das im Zahninneren liegende Zahnmark und das Wurzelkanalsystem. Die Pulpa ist lebendes Gewebe und enthält unter anderem Nerven, Blutgefäße und Bindegewebe. Wird dieses Gewebe durch tiefe Karies, ein Trauma oder andere Ursachen irreversibel geschädigt, kann eine Wurzelkanalbehandlung erforderlich sein.
Eine der häufigsten Ursachen ist tiefe Karies. Dringt die Karies durch Zahnschmelz und Dentin bis zur Pulpa vor, können Bakterien eine Entzündung oder Infektion im Zahninneren verursachen. In diesem Stadium reicht es möglicherweise nicht mehr aus, ausschließlich die Karies zu entfernen und eine Füllung einzusetzen.
Starke Zahnschmerzen, die spontan auftreten, nachts zunehmen oder über längere Zeit anhalten, können auf eine Beteiligung der Pulpa hinweisen. Auch eine ausgeprägte Wärme- oder Kälteempfindlichkeit, die nach Ende des Reizes anhält, sollte untersucht werden. Nicht jeder Zahnschmerz bedeutet jedoch automatisch, dass eine Wurzelkanalbehandlung notwendig ist. Die Entscheidung erfolgt nach klinischer und gegebenenfalls radiologischer Untersuchung.
Eine Infektion oder ein Abszess an der Wurzelspitze kann ebenfalls eine Wurzelkanalbehandlung erforderlich machen. Mögliche Anzeichen sind Schwellungen am Zahnfleisch, Schmerzen beim Kauen, Druckempfindlichkeit, eine Schwellung im Gesicht oder eine kleine Öffnung am Zahnfleisch, über die Entzündungssekret abfließt. Chronische Infektionen können dagegen nahezu schmerzfrei verlaufen und erst bei einer Röntgenuntersuchung entdeckt werden.
Auch ein starker Schlag auf einen Zahn kann die Pulpa schädigen. Dies betrifft insbesondere Frontzähne. Verfärbt sich ein Zahn nach einem Trauma oder entwickelt sich später eine Entzündung im Bereich der Wurzelspitze, kann eine Wurzelkanalbehandlung notwendig werden.
Bei Zähnen mit großen Füllungen oder früheren restaurativen Behandlungen können ebenfalls Probleme der Pulpa auftreten. Sekundärkaries unter einer Füllung, Risse im Zahn oder andere irreversible Schäden des Zahnmarks können eine Wurzelkanalbehandlung erforderlich machen.
Das Ziel der Behandlung besteht nicht ausschließlich darin, Schmerzen zu beseitigen. Infiziertes oder geschädigtes Pulpagewebe wird entfernt, die Wurzelkanäle werden gereinigt und desinfiziert und anschließend mit geeigneten Materialien gefüllt. Je nach verbliebener Zahnsubstanz kann danach eine Füllung, ein Onlay oder eine Krone erforderlich sein.
Im Dentsmile Zentrum für Mund- und Zahngesundheit in Üsküdar wird die Entscheidung für eine Wurzelkanalbehandlung nicht allein anhand der Beschwerden getroffen. Die Vitalität des Zahnes, die Tiefe der Karies sowie der Zustand der Zahnwurzeln und des umliegenden Knochens werden gemeinsam klinisch und mithilfe geeigneter bildgebender Verfahren beurteilt. Wenn möglich, soll die gesunde Pulpa erhalten werden. Ist eine Wurzelkanalbehandlung notwendig, steht der Erhalt des natürlichen Zahnes im Mittelpunkt.
Anhaltende oder starke Zahnschmerzen, länger bestehende Wärme- oder Kälteempfindlichkeit, Schmerzen beim Kauen, Zahnfleischschwellungen oder ein Abszess sollten zeitnah zahnärztlich untersucht werden. Eine frühzeitige Diagnose kann entscheidend dafür sein, mit welcher Behandlung der Zahn erhalten werden kann.