Fragen & Antworten
Kann der Körper ein Zahnimplantat abstoßen?
Bei Zahnimplantaten kommt es normalerweise nicht zu einer „Abstoßung“ wie bei einer Organtransplantation. Ein Implantat kann jedoch aufgrund von Infektionen, ungünstigen Knochenverhältnissen, Rauchen, Überbelastung oder unzureichender Mundhygiene nicht richtig einheilen oder später verloren gehen.
Beantwortet von:
Dr Sema Tekin
Veröffentlicht:
Viele Patienten fragen sich vor einer Implantatbehandlung, ob der Körper das Implantat als Fremdkörper erkennen und abstoßen kann. Das bei Zahnimplantaten häufig verwendete Titan ist ein biokompatibles Material. Eine immunologisch bedingte Abstoßungsreaktion, wie sie bei Organ- oder Gewebetransplantationen auftreten kann, ist daher nicht mit dem Versagen eines Zahnimplantats gleichzusetzen.
Nach dem Einsetzen des Implantats soll die sogenannte Osseointegration stattfinden. Dabei entsteht eine stabile Verbindung zwischen der Implantatoberfläche und dem umgebenden Kieferknochen. In manchen Fällen verläuft dieser Prozess nicht wie erwartet. Auch ein zunächst erfolgreich eingeheiltes Implantat kann im Laufe der Zeit durch Erkrankungen des umliegenden Gewebes an Unterstützung verlieren.
Umgangssprachlich wird dann manchmal gesagt, der Körper habe das Implantat „nicht angenommen“. Tatsächlich können unterschiedliche Ursachen dahinterstehen, die untersucht werden müssen.
Zu den Faktoren, die die Einheilung eines Implantats beeinträchtigen können, gehören unzureichendes Knochenangebot oder ungünstige Knochenqualität, Infektionen, nicht kontrollierte Zahnfleischerkrankungen, Rauchen, eine zu frühe oder übermäßige Belastung während der Heilungsphase sowie unzureichende Mundhygiene. Auch der allgemeine Gesundheitszustand und bestimmte Medikamente müssen bei der Behandlungsplanung berücksichtigt werden.
Für den langfristigen Erhalt eines Implantats ist zudem die Gesundheit des umliegenden Gewebes entscheidend. Durch Plaqueansammlungen können Entzündungen rund um das Implantat entstehen. Schreitet eine solche Entzündung fort, kann es zu einem Verlust des stützenden Knochens kommen und die Stabilität des Implantats beeinträchtigt werden.
Eine Implantatbehandlung endet deshalb nicht mit dem Einsetzen des Implantats. Eine sorgfältige Mundhygiene, die korrekte Reinigung des Implantatbereichs und regelmäßige zahnärztliche Kontrollen sind wichtige Voraussetzungen für die langfristige Implantatgesundheit.
Im Dentsmile Zentrum für Mund- und Zahngesundheit in Üsküdar werden bei der Planung einer Implantatbehandlung unter anderem Kieferknochen, Zahnfleischgesundheit, bestehende Infektionen, der allgemeine Gesundheitszustand und die anatomischen Verhältnisse des Implantationsbereichs beurteilt. Ziel ist nicht nur die erfolgreiche Implantation, sondern eine langfristig gesunde Funktion des Implantats zusammen mit dem umgebenden Knochen und Zahnfleisch.
Zusammenfassend ist es medizinisch nicht korrekt, bei einem Zahnimplantat von einer klassischen „Gewebeabstoßung“ zu sprechen. Ein Implantat kann nicht richtig einheilen oder später verloren gehen, die konkrete Ursache sollte jedoch klinisch und radiologisch untersucht werden. Anhaltende Schmerzen, Schwellungen, Sekretbildung oder eine Beweglichkeit des Implantats sollten zeitnah zahnärztlich kontrolliert werden.