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Dentsmile — Poliklinik für Mund- und Zahngesundheit

Fragen & Antworten

Was sind die Unterschiede zwischen All-on-4- und All-on-6-Zahnimplantaten?

All-on-4 oder All-on-6? Unterschiede bei Implantatanzahl, Knochenbedarf, Belastbarkeit, Behandlungsdauer und Kosten.

Beantwortet von: Dr Hasan Karatay

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All-on-4 und All-on-6 sind implantatgestützte Behandlungskonzepte, bei denen festsitzender Zahnersatz bei vollständigem Zahnverlust eingesetzt wird. Bei All-on-4 werden vier Implantate pro Kiefer verwendet, bei All-on-6 sechs. Neben der Implantatanzahl können sich die Verfahren hinsichtlich Kraftverteilung, Knochenbedarf, chirurgischer Planung und Kosten unterscheiden. Die geeignete Methode hängt von der Kieferknochenstruktur, der Mundgesundheit und den individuellen Bedürfnissen ab.

Was sind All-on-4- und All-on-6-Implantatbehandlungen?

Herausnehmbare Vollprothesen bieten Menschen, die alle Zähne verloren haben, nicht immer den gewünschten Komfort. Bewegungen der Prothese beim Essen, Unsicherheit beim Sprechen und Schwierigkeiten beim Kauen können dazu führen, dass Patienten sich für festsitzende Versorgungsmöglichkeiten interessieren. All-on-4 und All-on-6 sind Konzepte zur Rehabilitation eines vollständig zahnlosen Kiefers.

Bei beiden Methoden besteht das Ziel darin, anstatt jeden fehlenden Zahn durch ein eigenes Implantat zu ersetzen, eine festsitzende vollständige Zahnreihe auf einer begrenzten Anzahl von Implantaten zu befestigen. Dadurch sollen sowohl die Kaufunktion als auch das ästhetische Erscheinungsbild wiederhergestellt werden.

Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass All-on-4 vier und All-on-6 sechs Implantate verwendet. Der Behandlungserfolg hängt jedoch nicht allein von der Anzahl ab. Ebenso wichtig sind die Implantatpositionen, die Knochenqualität, die Gestaltung des Zahnersatzes und eine ausgewogene Verteilung der Kaukräfte.

Wie wird eine All-on-4-Implantatbehandlung durchgeführt?

Bei einer All-on-4-Behandlung werden vier Implantate eingesetzt, die eine festsitzende Prothese für einen gesamten Kiefer tragen sollen. Im klassischen Behandlungskonzept werden die beiden vorderen Implantate meist relativ gerade eingesetzt, während die hinteren Implantate in einem individuell festgelegten Winkel positioniert werden können.

Die Schrägstellung der hinteren Implantate kann dazu beitragen, vorhandenen Knochen besser zu nutzen und wichtige anatomische Strukturen zu schonen. Im Oberkiefer müssen dabei besonders die Kieferhöhlen und im Unterkiefer der Verlauf des Nervenkanals berücksichtigt werden.

Ein möglicher Vorteil besteht darin, dass bei geeigneten Patienten auf umfangreiche Knochenaufbaumaßnahmen teilweise verzichtet werden kann. Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, dass bei All-on-4 grundsätzlich keine Knochentransplantation erforderlich ist. Bei unzureichendem Knochenvolumen oder ungeeigneter Knochenqualität können zusätzliche Eingriffe oder ein anderes Konzept notwendig werden.

Damit vier Implantate eine vollständige festsitzende Versorgung sicher unterstützen können, müssen sie korrekt positioniert werden und eine ausreichende Stabilität erreichen.

Wie wird eine All-on-6-Implantatbehandlung durchgeführt?

Beim All-on-6-Konzept werden sechs Implantate zur Abstützung einer festsitzenden vollständigen Zahnreihe eingesetzt. Ihre Positionen werden entsprechend der individuellen Kieferanatomie und der vorhandenen Knochenstruktur geplant.

Die zusätzliche Implantatanzahl kann unter geeigneten Voraussetzungen mehr Abstützungspunkte für den Zahnersatz schaffen. Dies kann Vorteile für die biomechanische Planung und die Verteilung der Kaukräfte bieten. Sechs Implantate gewährleisten jedoch nicht automatisch eine ideale Belastungsverteilung. Die genaue Positionierung und das prothetische Design spielen eine ebenso wichtige Rolle.

Für All-on-6 muss genügend geeigneter Knochen vorhanden sein, um sechs Implantate sicher unterzubringen. Bei Knochenmangel können zusätzliche knochenaufbauende Eingriffe erforderlich werden. In bestimmten Fällen passt eine Versorgung mit vier Implantaten besser zu den vorhandenen anatomischen Verhältnissen.

Gibt es Unterschiede in der Belastbarkeit von All-on-4 und All-on-6?

Viele Patienten fragen sich, ob sechs Implantate grundsätzlich belastbarer sind als vier. Auf den ersten Blick wirkt eine höhere Implantatanzahl wie eine stabilere Konstruktion. Die tatsächlichen klinischen Ergebnisse lassen sich jedoch nicht allein anhand dieser Zahl erklären.

Eine fachgerecht geplante festsitzende Prothese auf vier Implantaten kann über viele Jahre erfolgreich funktionieren. Systeme mit sechs Implantaten können bestimmten Patienten zusätzliche Abstützung bieten. Bei Zähneknirschen, hohen Kaukräften oder einem festsitzend versorgten Gegenkiefer können solche biomechanischen Aspekte besonders relevant sein.

Die aktuelle wissenschaftliche Datenlage zeigt nicht, dass eines der Verfahren in jeder klinischen Situation hinsichtlich des Implantat- oder Prothesenüberlebens eindeutig überlegen ist. Deshalb wäre es falsch, All-on-6 immer als stabiler und All-on-4 grundsätzlich als weniger haltbar einzustufen.

Entscheidend für langfristige Ergebnisse sind unter anderem Implantatposition, Knochenunterstützung, Qualität der Prothese, Mundhygiene und regelmäßige Kontrollen.

Welche Methode eignet sich bei unzureichendem Kieferknochen?

Nach vollständigem Zahnverlust kann das Kieferknochenvolumen im Laufe der Zeit abnehmen. Insbesondere wenn die Zähne bereits seit vielen Jahren fehlen, steht möglicherweise weniger Knochen für Implantate zur Verfügung. Deshalb ist vor Behandlungsbeginn eine sorgfältige dreidimensionale Beurteilung des Kiefers wichtig.

Bei All-on-4 können schräg eingesetzte hintere Implantate helfen, bestimmte vorhandene Knochenbereiche besser auszunutzen. Unter geeigneten anatomischen Voraussetzungen kann dies den Bedarf an Knochenaufbau reduzieren.

Für All-on-6 muss genügend geeigneter Knochen zur Verankerung von sechs Implantaten vorhanden sein. Fehlt diese Voraussetzung, können zusätzliche chirurgische Maßnahmen erforderlich sein. Ausmaß und Position des Knochenverlusts sind jedoch von Patient zu Patient unterschiedlich.

Nicht jeder Patient mit Knochenverlust benötigt All-on-4, und nicht jeder Patient mit gutem Knochenangebot sollte All-on-6 erhalten. Die Entscheidung erfolgt nach klinischer Untersuchung und bei Bedarf mithilfe dreidimensionaler Bildgebung, beispielsweise einer digitalen Volumentomographie.

Sind bei All-on-4 und All-on-6 festsitzende Zähne am selben Tag möglich?

Ein wesentlicher Aspekt beider Behandlungskonzepte ist die Möglichkeit, bei geeigneten Patienten frühzeitig einen provisorischen festsitzenden Zahnersatz einzusetzen. Diese Vorgehensweise wird häufig als Sofortbelastung bezeichnet.

Ob bereits am Tag der Implantation festsitzende Zähne eingesetzt werden können, hängt jedoch nicht allein von der Implantatanzahl ab. Von Bedeutung sind die beim Einsetzen erreichte Primärstabilität, die Knochenqualität, die Verteilung der Implantate und die Gestaltung der provisorischen Prothese.

Bei manchen Patienten ist eine zeitnahe Versorgung mit provisorischen festen Zähnen möglich. In anderen Fällen ist es sicherer, zunächst die Einheilung und die Verbindung zwischen Implantat und Knochen abzuwarten.

Ein sofort eingesetztes Provisorium ist außerdem nicht mit dem endgültigen Zahnersatz gleichzusetzen. Der Zeitpunkt für die definitive Versorgung richtet sich nach dem Heilungsverlauf und dem Behandlungsplan.

Unterscheiden sich All-on-4 und All-on-6 bei Behandlungsdauer und Kosten?

Die Verwendung von vier beziehungsweise sechs Implantaten beeinflusst die Gesamtkosten der Behandlung. Zusätzliche Implantate können den Materialaufwand und die chirurgischen Kosten erhöhen. Allerdings setzt sich der endgültige Preis aus mehreren Faktoren zusammen.

Mögliche Knochenaufbauten, Zahnextraktionen, provisorische Versorgungen, das Material der endgültigen Prothese und zahntechnische Laborleistungen können erhebliche Unterschiede verursachen. Deshalb ist All-on-4 nicht in jeder Situation automatisch günstiger, und All-on-6 muss nicht zwangsläufig wesentlich teurer sein.

Auch die Behandlungsdauer ist individuell verschieden. Operation, Einheilphase und Anfertigung der endgültigen Prothese benötigen je nach Patient unterschiedlich viel Zeit. Sind zusätzliche Knochenaufbaumaßnahmen erforderlich, kann sich die Gesamtdauer verlängern.

Bei der Entscheidung sollten neben den anfänglichen Kosten auch spätere Kontrolltermine, Pflegemaßnahmen und mögliche Reparaturen berücksichtigt werden.

Was ist langlebiger: All-on-4 oder All-on-6?

Bei beiden Methoden können Implantate viele Jahre erfolgreich funktionieren. Dennoch kann für keine Implantatversorgung eine lebenslange, vollkommen komplikationsfreie Haltbarkeit garantiert werden.

Entzündungen im Bereich der Implantate, Knochenverlust oder mechanische Probleme können auftreten. Unzureichende Reinigung, Rauchen, nicht kontrolliertes Zähneknirschen und bestimmte Erkrankungen können die langfristigen Ergebnisse beeinflussen.

Sowohl All-on-4- als auch All-on-6-Prothesen müssen täglich sorgfältig gereinigt werden. Die Reinigung der Bereiche unter dem festsitzenden Zahnersatz hilft, das Gewebe um die Implantate gesund zu erhalten. Bei regelmäßigen professionellen Kontrollen werden Implantate und Prothese gemeinsam überprüft.

Für die Langlebigkeit sind eine sorgfältige Patientenauswahl, eine geeignete chirurgische und prothetische Planung sowie dauerhafte Pflege entscheidender als die Implantatanzahl allein.

All-on-4- und All-on-6-Implantatbehandlung in Üsküdar

In der Dentsmile Poliklinik für Mund- und Zahngesundheit in Üsküdar, Istanbul, werden bei der Planung einer Versorgung für einen vollständig zahnlosen Kiefer das Knochenvolumen, die Knochenqualität, der Zustand des Zahnfleisches, die Zähne im Gegenkiefer, die Bissverhältnisse und die allgemeine Gesundheit berücksichtigt.

Die Wahl zwischen All-on-4 und All-on-6 sollte nicht allein auf der Vorstellung beruhen, dass eine größere Zahl an Implantaten zwangsläufig bessere Ergebnisse bringt. Ziel ist ein ästhetischer, gut zu reinigender und belastbarer festsitzender Zahnersatz, der zur individuellen Anatomie passt.

All-on-4 kann bei geeigneten Patienten eine erfolgreiche Rehabilitation des gesamten Kiefers mit vier Implantaten ermöglichen. All-on-6 bietet unter bestimmten klinischen Voraussetzungen zusätzliche Abstützungspunkte. Die passende Methode wird nach eingehender Untersuchung und individueller Planung festgelegt.