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Warum entsteht Karies trotz regelmäßigen Zähneputzens?
Warum entsteht Karies trotz regelmäßigem Zähneputzen? Erfahren Sie mehr über Zahnzwischenräume, Zuckerkonsum, Mundtrockenheit, Fluorid und Kariesrisiken.
Beantwortet von:
Dr Hasan Karatay
Veröffentlicht:
Regelmäßiges Zähneputzen ist eine der wichtigsten Maßnahmen zur Kariesvorbeugung, reicht jedoch nicht immer allein aus. Eine unzureichende Reinigung der Zahnzwischenräume, häufiger Zuckerkonsum, eine ungenügende Fluoridversorgung, Mundtrockenheit und individuelle Risikofaktoren können dazu führen, dass trotz guter Putzgewohnheiten Karies entsteht.
Warum entsteht Karies trotz regelmäßigen Zähneputzens?
„Ich putze meine Zähne regelmäßig und bekomme trotzdem Karies“ – diesen Satz hören Zahnärzte häufig von Patienten. Der Grund dafür ist, dass die Entstehung von Karies nicht allein von der Häufigkeit des Zähneputzens abhängt.
Karies entsteht durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Dazu gehören Bakterien im Mund, Ernährungsgewohnheiten, die Beschaffenheit der Zahnoberflächen, Speichel, Fluorid und die Dauer der Säureeinwirkung.
Deshalb kann auch bei Menschen, die zweimal täglich ihre Zähne putzen, unter bestimmten Bedingungen Karies entstehen.
Die Zahnzwischenräume werden möglicherweise nicht ausreichend gereinigt
Eine Zahnbürste reinigt die gut erreichbaren Zahnflächen, gelangt jedoch nicht immer vollständig in die engen Kontaktbereiche zwischen benachbarten Zähnen.
Besonders Approximalkaries, also Karies zwischen den Zähnen, kann sich zunächst unbemerkt entwickeln.
Auch bei regelmäßigem Zähneputzen können bakterielle Beläge in diesen Bereichen zurückbleiben.
Daher sollte die tägliche Mundpflege je nach Zahnstellung durch Zahnseide oder geeignete Interdentalbürsten ergänzt werden.
Die Zahnputztechnik ist möglicherweise nicht ausreichend
Zweimal oder dreimal täglich die Zähne zu putzen bedeutet nicht automatisch, dass alle Oberflächen gründlich gereinigt werden.
Eine zu kurze Putzdauer, das wiederholte Auslassen bestimmter Bereiche oder eine unzureichende Reinigung am Zahnfleischrand können die Wirksamkeit der Mundhygiene verringern.
Besonders die hinteren Backenzähne, die Innenflächen der Zähne und die Bereiche entlang des Zahnfleischrandes werden häufig übersehen.
Die richtige Zahnputztechnik ist deshalb genauso wichtig wie die Häufigkeit des Putzens.
Häufiger Konsum von Zucker und Kohlenhydraten
Für das Kariesrisiko ist nicht nur die Menge des aufgenommenen Zuckers entscheidend, sondern auch wie häufig zuckerhaltige Lebensmittel und Getränke konsumiert werden.
Bestimmte Mundbakterien verstoffwechseln Zucker und andere fermentierbare Kohlenhydrate und bilden dabei Säuren.
Dadurch sinkt der pH-Wert innerhalb der Plaque, was den Mineralverlust aus dem Zahnschmelz begünstigen kann.
Wer über den Tag verteilt häufig Süßigkeiten, Kekse oder zuckerhaltige Getränke konsumiert, setzt seine Zähne wiederholt Säureangriffen aus.
Daher kann auch bei regelmäßigem Zähneputzen ein erhöhtes Kariesrisiko bestehen.
Essen nach dem abendlichen Zähneputzen
Die Zahnpflege vor dem Schlafengehen ist besonders wichtig.
Während des Schlafs nimmt der Speichelfluss natürlicherweise ab. Dadurch sind die Reinigungswirkung des Speichels und die Neutralisierung von Säuren eingeschränkt.
Wer nach dem Zähneputzen noch zuckerhaltige Lebensmittel oder Getränke zu sich nimmt und anschließend ohne erneute Zahnpflege schlafen geht, kann das Kariesrisiko erhöhen.
Deshalb empfiehlt es sich grundsätzlich, nach dem abendlichen Zähneputzen außer Wasser nichts mehr zu essen oder zu trinken.
Auch die Zahnpasta spielt eine wichtige Rolle
Fluoridhaltige Zahnpasta unterstützt die Widerstandsfähigkeit des Zahnschmelzes gegenüber Säuren und fördert die Remineralisation früher Zahnschmelzschäden.
Deshalb ist es wichtig, eine dem Alter und dem individuellen Kariesrisiko entsprechende Zahnpasta zu verwenden.
Bei Patienten mit hohem Kariesrisiko kann der Zahnarzt zusätzliche vorbeugende Fluoridmaßnahmen empfehlen.
Mundtrockenheit kann das Kariesrisiko erhöhen
Speichel erfüllt wichtige Schutzfunktionen in der Mundhöhle.
Er hilft dabei, Speisereste zu entfernen, Säuren zu neutralisieren und das mineralische Gleichgewicht der Zahnoberflächen zu unterstützen.
Wenn die Speichelproduktion abnimmt, können diese natürlichen Schutzmechanismen eingeschränkt sein.
Bestimmte Medikamente, Erkrankungen und andere Faktoren können zu Mundtrockenheit führen. Dadurch kann das Kariesrisiko trotz regelmäßiger Mundhygiene steigen.
Die natürliche Zahnform kann Karies begünstigen
Besonders die Kauflächen der Backenzähne weisen natürliche Vertiefungen und Fissuren auf.
Bei manchen Menschen sind diese Bereiche besonders tief und schmal. Dort können sich bakterielle Beläge ansammeln, die mit der Zahnbürste nur schwer entfernt werden können.
Bei Kindern und geeigneten Risikopatienten können Fissurenversiegelungen helfen, diese empfindlichen Bereiche vor Karies zu schützen.
Auch an vorhandenen Füllungen kann neue Karies entstehen
Ein bereits gefüllter Zahn ist nicht dauerhaft vor neuer Karies geschützt.
Im natürlichen Zahngewebe rund um eine Füllung kann sich erneut Karies entwickeln. Besonders Veränderungen im Randbereich einer Restauration sollten zahnärztlich beurteilt werden.
Deshalb sind regelmäßige Untersuchungen auch bei bereits behandelten Zähnen wichtig.
Karies verursacht anfangs nicht immer Schmerzen
Karies beginnt nicht grundsätzlich mit Zahnschmerzen.
Frühe Schmelzveränderungen und Karies zwischen den Zähnen können lange Zeit ohne deutliche Beschwerden bestehen.
Zahnärztliche Untersuchungen und bei Bedarf geeignete Röntgenaufnahmen helfen dabei, solche Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Reicht Zähneputzen allein zur Kariesvorbeugung aus?
Regelmäßiges Zähneputzen bildet die Grundlage einer guten Mundhygiene. Für einen wirksamen Kariesschutz sollten jedoch mehrere Maßnahmen kombiniert werden.
Dazu gehören gründliches Zähneputzen, die Reinigung der Zahnzwischenräume, eine geeignete Fluoridversorgung, die Begrenzung häufiger Zuckeraufnahme und regelmäßige zahnärztliche Kontrollen.
In der Dentsmile Poliklinik für Mund- und Zahngesundheit in Üsküdar werden bei wiederkehrender Karies neben den vorhandenen Schäden auch die Mundhygiene, Ernährungsgewohnheiten, Zahnform, Speichelproduktion und vorhandenen Restaurationen berücksichtigt.
Ziel ist es, nicht nur entstandene Karies zu behandeln, sondern auch die Ursachen neuer Schäden zu erkennen und die natürliche Zahnsubstanz langfristig zu erhalten.